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Zucht

Welsh Pony and Cob Society
Germany
e.V.
Zuchtforum für Welsh Ponys und Cobs

 

Hartmut Schröder

Quo vadis, Welsh B-Zucht?

Sie ist nicht neu, die Diskussion um das „wahre“ Welsh B-Pony, the „true of type pony“, wie es die Waliser in englischer Sprache ausdrücken, und so findet sich zum Beispiel bereits im WP&CS-Journal 1975 ein sehr lesenswerter Artikel mit dem Titel: „Two B’s or not Two B’s?“

Neu ist diese Diskussion also nicht, aber dennoch so aktuell wie eh und je. Vor kurzem bin ich in dem englischen Forum „Saddlesoap“ auf einen Thread (Diskussionsstrang) mit dem Thema „Section B stamp/type preferences“ gestoßen, der damit beginnt, dass ein Poster beklagt, er habe von einem bekannten „Producer“ gehört, dass die Richter zur Zeit den „modernen, leichten Show Typ“ in der Sektion B bevorzugen, während es nur noch wenige traditionell gezogene B‘s mit gutem Fundament und Tiefe gäbe.

Zwar wird diese Feststellung von anderen Diskutanten grundsätzlich geteilt, es wird konstatiert, dass in den letzten Jahren viele Leute den leichten Typ gezüchtet hätten, allerdings würde sich dieser Trend mittlerweile doch wieder ins Gegenteil verkehren.

Eine der Schreiberinnen versucht, anderen Mut zu machen, indem sie ausführt, dass es durchaus auch Richter gäbe, die ein gutes, kräftiges, traditionell gezogenes Welsh Pony gegenüber einem Reitpony typischen bevorzugen, man müsse nur herausfinden, wer was bevorzugt.

Zur Untermauerung ihrer These stellt sie ein Foto von dem Welsh B-Hengst „Farchynys Penri“ ein, von dem sie sagt, er habe „tonnes of bone“, was ihm in seiner Show-Karriere nicht geschadet habe, denn schließlich sei er Royal Welsh Sieger und Silber- u. Bronze-medaillen-Gewinner und sogar auch noch ein Champion unter dem Sattel.

Farchynys Penri

Während einige Verständnis für Züchter aufbringen, die sich dafür entschieden haben, den durchaus vorhandenen Markt für ein leichteres „B- Show-Pony“ zu befriedigen, gleichzeitig aber nicht verstehen, warum sie nicht gleich Reitponys züchten, macht ein anderer keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen jegliche Form der Diskussion über „different types“ und begründet es damit, dass es für jede Sektion nur einen einzigen Zuchtstandard gibt, und der lasse sich unmissverständlich der Website der WP&CS entnehmen.

Unbeschadet der Frage, ob der walisische Rassestandard nun unterschiedliche Welsh B-Typen zulässt oder nicht, kommt man nicht an der Tatsache vorbei, dass „neue“ Typen in den letzten Jahrzehnten nicht nur herausgemendelt (von Zucht mag ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen) sondern durch Einsatz gewisser Linien genetisch inzwischen derart verfestigt worden sind, dass ein Weg zurück kurz- und auch mittelfristig gar nicht, und langfristig nur unter Aufbringung größter Beharrlichkeit möglich wäre, weil nach homozygotem Genmaterial, welches der Zuchtzielbeschreibung entspricht, inzwischen sorgfältig gesucht werden muss.

Nun ist das Phänomen der Zuchtzielverfehlungen durchaus keines, welches nur in Deutschland oder auf dem Kontinent Platz gegriffen hat, von dieser Entwicklung ist eben auch das Ursprungszuchtgebiet nicht verschont geblieben, darüber legt nicht zuletzt der eingangs erwähnte Thread in Saddlesoap beredtes Zeugnis ab.

Bas van der Linden, langjähriger Welsh B-Züchter in den Niederlanden (Spring Dreams Stud), Vorsitzender des „Welsh B Club Nederland“ und, nach eigenem Bekunden „a regular visitor to the UK visiting many Section B breeders“ versucht der „Mother Society“ in einem Aufsatz, der im WPCS Journal 2008 auf den Seiten 207 – 209 unter der Überschrift „Section B – a view from outside“ nachzulesen ist, die Öffnung ihres WPCS Stud Book für Welsh Ponys und Cobs, die bei anerkannten europäischen Stutbüchern registriert sind, dadurch schmackhaft zu machen, dass sich die walisischen Züchter damit einen für sie verlorengegangenen Genetik-Pool zurückholen könnten, der es ihnen erleichtern würde, züchterische Fehler wieder auszubügeln.

Bas van der Linden sieht momentan das größte Problem in UK darin, „that the hind legs are too straight resulting in no power behind…“ (…dass die Hinterbeine zu gerade und ohne Kraft sind). Liest man den Zuchtplan 2008 des „Nederlands Welsh Pony en Cob Stamboek“ für die Welsh B Ponys, so wird dort eingeräumt: „…Nog steeds zijn pony’s aanwezig met wat fijn beenwerk. Hierin is nog onvoldoende vooruitgang geboekt. Het in 1998 geformuleerde aandachtspunt met betrekking tot de bewegingen is nog onvoldoende weggenomen.“ Übersetzung (sinngemäß): „Immer noch gibt es Ponys mit feinem Gangwerk. Die bereits 1998 geübte Kritik hinsichtlich der Bewegung ist nur unvollständig ausgemerzt.“Und weiter: „…Voor de lange termijn geldt dat de kwaliteit in de breedte dient te worden vergroot en verfijning wordt tegengegaan.“ Übersetzung: „Langfristig muss die Breite (der Ponys) verbessert und der Verfeinerung entgegengewirkt werden.“

Angesichts dieser Zuchtzielvorgaben des NWPCS, die meines Erachtens durchaus zutreffend sind, stellt sich mir allerdings die Frage, ob die Öffnung der niederländischen oder auch kontinentalen Gen-Pools wirklich das Allheilmittel gegen die Probleme der walisischen Welsh B-Zucht ist.

Es gibt heute mehr Grund denn je, sich der Rassebeschreibungen der WP&CS zu besinnen. Eine Beachtung der dort aufgestellten Grundsätze wie „Withers moderately fine, but not „knifey“ (Widerrist mäßig ausgeprägt, aber nicht eingeschnitten), „short flat bone below knee“ (kurze, flache Röhre unterhalb des Knies), „The hind legs not to be too bent“ (Die Hinterbeine nicht zu geborgen) würde der Förderung des Rassetyps sehr dienlich sein und der Verfälschung hin zum kleineren Reitpony entgegenwirken.

Meines Erachtens sollte weltweit nach solchen Welsh Ponys gesucht werden, deren Pedigrees die Wahrscheinlichkeit begründen, dass die entscheidenden Rassekriterien durchgezüchtet verankert sind, und die Ponys diese Gene auch nachgewiesener Weise an ihre Nachkommen weitergegeben haben. Solche Gen-Reserven sind durchaus noch vorhanden, und es gibt auch noch Enthusiasten, die weiteste Wege nicht scheuen, um sie zu frequentieren. Das Aufbringen solcher Kosten und Mühen wäre der Verbesserung der Welsh B-Zucht weitaus förderlicher als der weitere Import von durchaus namhaften Ponys, wie sie derzeit in Hülle und Fülle für kleines Geld auf den zahlreichen Versteigerungen angeboten werden. Gen-Reserven im oben genannten Sinne sind es jedenfalls fast ausnahmslos nicht.

Zum Abschluss meiner Gedanken über die Welsh B-Zucht möchte ich mit zwei Zitaten auf den eingangs erwähnten Thread in „Saddlesoap“ zurückführen:

“I feel the same observation can be applied to all Welsh Sections....!” und “This is a section wide problem not just the B's!”

 

 

Hartmut Schröder

Inzucht, Linienzucht, Outcross

Die Zucht innerhalb einer Rasse dient entweder der Erhaltung ihrer Qualität und/oder ihrer Vervollkommnung. Der Rahmen einer Zucht wird abgesteckt von anerkannten Rassestandards, im Falle der Welsh Ponys und Cobs sind dies allein die Sektionsbeschreibungen des Ursprungzuchtbuches, der walisischen Welsh Pony and Cob Society also.

Nach „Wikipedia“ versteht man unter „Tierzucht“ die züchterische Bearbeitung von Tierrassen: Durch gezielte Selektion und Anpaarung von Tieren wird ein Zuchtfortschritt erreicht. Hierbei orientiert man sich an den jeweiligen Zuchtzielen.

Dr. Dieter Schön definiert den Begriff „Züchten“ in seinem Buch

“Praktische Pferdezucht“ (Verlag Eugen Ulmer Stuttgart) wie folgt:

"Züchten ist die Auswahl von Paarungspartnern, verbunden mit der Auslese unter den Paarungsprodukten, beides im Hinblick auf ein bestimmtes Zuchtziel!"

Das Ziel jeder Zucht muss es also sein, rassetypische Merkmale zu festigen. Und was für Rom gilt, trifft natürlich auch für die Erreichung von Zuchtzielen zu: Viele Wege können dort hinführen. Einer dieser Wege ist die so genannte Mischlingszucht (innerhalb einer Rasse), ein anderer die Inzucht mit ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen.

Ziel dieses Aufsatzes ist es, über Möglichkeiten und Grenzen sowie über Vor- und Nachteile der Inzucht zu informieren. Während in den Köpfen vieler Züchter „Linienzucht“ meistens (gerade noch) akzeptabel ist, ist dagegen der Begriff der “Inzucht“ rein gefühlsmäßig oft negativ besetzt und wird häufig mit der „Inzestzucht“ gleichgesetzt.

Inzucht

Der Begriff der „Inzucht“ soll hier als so genannter Oberbegriff verwendet und definiert werden. Von ihr spricht man, wenn zwei Paarungspartner näher miteinander verwandt sind als der Durchschnitt der Rasse.

Wer innerhalb der Welsh Sektionen Ahnenforschung betreibt, der wird schnell zu dem Ergebnis kommen, dass alle „Rassen“ auf einen relativ kleinen Bestand an Urahnen zurückzuverfolgen sind, so dass jedes Pony oder jeder Cob über diese Ausgangstiere mit den anderen seiner Sektion verwandt ist. Ob es bezüglich der Welsh Sektionen wissenschaftliche Erhebungen zu einem durchschnittlichen Inzuchtgrad gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Je kleiner eine Population, desto größer ist in aller Regel dieser Wert. Angelehnt an Expertisen, die bei Boxer- und Schäferhunden in Deutschland in den 80er Jahren durchgeführt wurden und einen durchschnittlichen rassespezifischen Inzuchtgrad von etwas über 4% ergaben, gehe ich für mich davon aus, dass er bei den einzelnen Welsh Sektionen auf Grund eher höheren Anzahl von Urahnen unterhalb dieses Wertes liegt. Danach läge eine Inzucht qua Definition erst vor, wenn man über den Durchschnitt der jeweiligen Sektion eng züchtet.

Linienzucht

Namhafte Zweige der Wissenschaft sehen zwischen „Inzucht“ und „Linienzucht“ allenfalls einen graduellen, allerdings nicht näher definierten Unterschied. Danach stellt die „Linienzucht“ eine höhergradige Form (siehe weiter unten zu „Inzuchtkoeffizient“) der“ Inzucht“ dar.

"Linienzucht" im engeren Sinne stellt eine Kombination zwischen "Inzucht" und "Kreuzungszucht/Outcross" dar und meint damit zunächst den Aufbau von mindestens zwei Linien, indem nah verwandte Tiere rückgekreuzt werden, zum Beispiel Tochter auf Vater, Sohn auf Mutter, Vollgeschwister untereinander oder Enkel auf Großmutter, wobei ein derartiger Linienaufbau allgemein als "Inzestzucht" bezeichnet wird. Zum Beispiel ein Hengst aus der einen Linie wird mit einer Stute aus der anderen (nicht verwandten) Linie verpaart, wobei jeder Paarungspartner über möglichst gleiche in Generationen erworbene Positiv-Merkmale verfügen sollte.

Kreuzungszucht /Outcross

Bei der oben beschriebenen Methode handelt es sich somit um den so genannten „Outcross“. Er darf nicht verwechselt werden mit der einfachen Paarung nicht oder nur kaum verwandter Tiere. Eine solche Kreuzung bezeichnet man treffender, auch wenn sie innerhalb einer Welsh Sektion stattfindet, als â€žMischlingszucht“. Vom „Outcross“ unterscheidet sich also letztere, indem hier aus keinen bestimmten Linien gezüchtet wird.

Der „Outcross“, auf Deutsch als „Kreuzungszucht“ bezeichnet, ist somit ein sehr wichtiges Instrument der â€žLinienzucht“. Er findet nur statt, wenn an eine liniengezüchteten Stute (s.o.) ein genetisch möglichst komplett fremder, selbst aber auch relativ eng gezüchteter Hengst gepaart wird.

Mischlingszucht

Diese häufig praktizierte Methode basiert auf Elterntieren, die wenigstens über 3 Generationen, möglichst sogar gar nicht miteinander verwandt sind, wobei sie ausschließlich nach äußeren Merkmalen (Exterieur und Interieur) nach der einfachen Regel „Gleiches x Gleiches ergibt Gleiches“ ausgesucht werden und nicht liniengezüchtet sind. Eine andere Form der „Mischlingszucht“ ist die so genannte „Ausgleichszucht“. Man sucht für eine Stute mit Negativ-Merkmalen einen (oftmals liniengezogenen) Hengst, der in diesen Merkmalen „positiv“ ist und erhofft sich bei dem Paarungsprodukt eine Verbesserung der Negativ-Merkmale der Stute, möglichst unter Bewahrung der mütterlichen Positiv-Merkmale.

Ziele der Inzucht

Chromosomenstränge beinhalten eine Vielzahl von Genen, wobei jedes Gen aus zwei Allelen besteht. Dominante Allele werden mit Großbuchstaben, rezessive Gene mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet. Die Inzucht bewirkt ein verstärktes „Aufspalten“ der bei nicht oder nur wenig verwandten Tieren häufig heterozygot (gemischterbig) vorliegenden Gene (z.B. Aa, Bb, Cc…).

Die Inzucht in ihren oben genannten Ausprägungen soll eine Verdopplung der Gene von einem oder mehreren bevorzugten Vorfahren bewirken, indem er als Ahn unseres Ponys mehrfach vorkommt. Jede Inzucht verstärkt die Homozygotie (die Reinerbigkeit), das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Gene auf beiden Allelen gleich sind, wird erhöht (AA, aa, BB, bb,...). Dadurch wird die Vielfalt dessen, was das ingezogene Pony vererben kann, eingeschränkt – im Positiven wie im Negativen. Erst durch die Zunahme von reinerbigen Merkmalen und dadurch bedingter Verminderung von mischerbigen Merkmalen entstehen einheitlichere Typen. Ein relativ eng gezüchtetes Pony vererbt seine Eigenschaften voraussichtlich stärker als ein genau so gutes und schönes, welches ausschließlich nach äußeren Merkmalen gezüchtet wurde. Nachweislich übertragen ingezüchtete Tiere ihren Typ verstärkt auf ihre Nachkommen. Es wird also abhängig vom Grad der Inzucht vorhersagbarer, wie die Fohlen aussehen, wenn sie ingezüchtet sind.

Zwar entstehen durch Inzucht keine neuen Fehler; einige Fehler aber, die bereits im Erbgut latent vorhanden waren, werden durch die Aufspaltung rezessiver Gene aufgedeckt.

Inzuchtkoeffizient

Der Inzuchtkoeffizient (IK) berechnet den Verwandtschaftsgrad der beiden Elterntiere eines Ponys zueinander. Allgemein erfolgt die Berechnung aus fünf Generationen der Ahnentafel. Dabei werden die Ahnen eines mehrfach aufgeführten Vorfahren nicht eingerechnet, da diese bereits in diesem „stecken“. Unberücksichtigt bleiben weiterhin zwei- oder mehrfach auftretende Ahnen, die entweder nur beim Vater oder nur bei der Mutter zu finden sind.

Ich möchte die Berechnung des IK am Beispiel unserer Begründerstute COED COCH OLGA aufzeigen .

Überprüft man ihr Pedigree, dann wird man feststellen, dass darin insgesamt 13 Ahnen mehrfach vorkommen.

Für die Ermittlung des IK interessieren aber nur solche, die zum einen sowohl in der Vater– als auch in der Mutterlinie vorkommen und zum anderen diejenigen, die nicht bereits durch mehrfach vorkommende Vorjahren blutmäßig berücksichtigt sind.

Von Interesse sind demnach

1 COED COCH BERWYNFA (2 x) 
2 BERWYN BEAUTY (3 x)         
3 TAN-Y-BWLCH BERWYN ( 8 x)

   

Der IK wird zunächst für jeden der 3 oben stehenden Ahnen separat berechnet. Man erfasst für jede Elternseite die Generationenwerte so oft, wie sie vorkommen.
Gerechnet wird dann nach folgender Formel: IK = (1/2)n1+n2-1


Für COED COCH BERWYNFA ergibt sich:
n1 = väterlicherseits (vls): 2;
n2 = mütterlicherseits (mls): 3 ;
man schreibt: vls 2 : mls 3, kurz 3 : 2
Berechnet wird die Inzucht auf
Coed Coch BERWYNFA so:
IK = (1/2)2+3-1; IK = (1/2)4 IK = 1/16 IK = 6,25 %

Der IK für BERWYN BEAUTY errechnet sich wie folgt:
Vls: 3; mls: 4, 4 Da Berwyn Beauty 2 x hinter CC Berwnfa steht und eine Doppelerfassung nicht zulässig ist, werden beide Zahlen durch einen Unterstrich gekennzeichnet.
Also: 3 : 4, 4
Berechnet wird die Inzucht auf
BERWYN BEAUTY so:
3+4-1= 6 IK = (1/2)6   IK = 1,56 %
3+4 wird nicht berücksichtigt wegen unzulässiger Doppelerfassung.

Für TAN-Y-BWLCH BERWYN ergibt sich folgendes Zahlenbild:
Vls: 3, 3, 4  mls: 4, 5, 5, 5, 5;
unterstriche Zahl:   als Vorfahr von
Coed Coch Berwynfa,
fettgedruckte Zahl:  als Vorfahr von Berwyn Beauty,
unterstrichene, fettgedruckte Zahl: als Vorfahr von beiden.

Berücksichtigt werden folgende Zahlen-Kombinationen:
3+5-1 = 7 (1/2)7 = 0,78 %
3+5-1 = 7 = 0,78 %
3+5-1 = 7 = 0,78 %
3+4-1 = 6 (1/2)6 = 1,56 %
3+5-1 = 7 (1/2)7 = 0,78 %
3+5-1 = 7 = 0,78 %
3+5-1 = 7 = 0,78 %
3+5-1 = 7 = 0,78 %
4+5-1 = 8 (1/2)8 = 0,39 %
4+5-1 = 8 = 0,39 %

IK für Tan-y-Bwlch Berwyn:   7,80 %

Der Gesamt-IK für Coed Coch Olga ergibt sich aus der Addition der drei Einzelwerte. Weil CC Berwynfa als Produkt einer Vater-Tochter-Anpaarung selbst auch bereits einen IK von 25 % aufweist, ist sein Wert von 6,25 % noch mit 1,25 zu multiplizieren, so dass sich für CC Berwynfa ein Gesamt-IK von 7,81 % ergibt.

Der Inzuchtkoeffizient für unsere Begründerstute COED COCH OLGA beträgt somit 17,17 % (7,81 % + 1,56 % + 7,80 %).

Darüber, ob der IK verlässliche Auskunft über den tatsächlichen Inzuchtgrad gibt, ließe sich trefflich streiten, weil nur die Ahnen berücksichtigt werden, die gleichzeitig auf beiden Elternseiten vorkommen.

Würde man zum Beispiel zwei selbst sehr ingezogene Ponys miteinander anpaaren, die aber miteinander nicht verwandt sind (siehe oben: Linienzucht)dann ergäbe sich ein IK von 0 %.

Deshalb halten viele „Experten“ nicht den Inzuchtkoeffizienten sondern den so genannten

Ahnenverlustkoeffizienten (AVK)

für das Maß aller Dinge.

Dazu berechnet man den Quotienten aus vorhandenen und maximal möglichen Ahnen über eine definierte Anzahl von Generationen (wir wollen bezüglich COED COCH OLGA wieder 5 Generationen zu Grunde legen).

Eine Ahnentafel über 5 Generationen weist 62 mögliche (verschiedene) Ahnen aus. Wenn nur einer dieser 62 möglichen Ahnen zweifach auftaucht, hat das Pony tatsächlich nur 61 verschiedene Ahnen. Taucht ein Vorfahr dreimal auf (wie bei CC Olga z.B. CRIBAN VICTOR), dann hat das Pony nur 60 verschiedene Vorfahren. Sind es hingegen drei Ahnen, die zweifach auftreten, so hat Pony nur 59 verschiedene Ahnen.

COED COCH OLGA hat insgesamt 13 Ahnen die zwei– bis maximal achtmal auftreten:

(CC Berwynfa 2 x, Berwyn Beauty 3 x, Tan-y-Bwlch Berwyn 8 x, Sahara 4 x, Brynhir Black Star 4 x, Dinarth Wonderlight 3 x, Criban Victor 3 x, Vater Sahara 2 x, Mutter Sahara 2 x, Bleddfa Shooting Star 2 x, Brynhir Flight 2 x, Criban Winston 3 x, Criban Whalebone 3 x).

Bezogen auf die ersten 5 Generationen hat Olga von 62 möglichen Ahnen somit tatsächlich nur noch 34, was einem AVK von 55 % (34 : 62 = 0,55) entspricht, umgekehrt ausgedrückt kann man sagen, dass bei Coed Coch Olga 45 % der Ahnen fehlen.

Da ich selbst die Inzucht betreibe, um einen höheren Grad an Homozygotie zu erreichen, hat für mich der Inzuchtkoeffizient (IK) eine größere Aussagekraft als der Ahnenverlustkoeffizient (AVK), zumal der IK auch auf spezielle Individuen, die mir in züchterischer Hinsicht besonders wichtig sind, berechnet werden kann.

 

 

Holger Suhr

Zuchtphilosophie

Uns Züchter der Welsh Ponys und Cobs verbindet alle das gemeinsame Ziel, unser vorhandenes Zuchtmaterial stetig zu pflegen und zu verbessern.

Jeder von uns hat jedoch seine ganz eigenen Vorstellungen und Methoden, um dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen. Ein Patentrezept gibt es scheinbar nicht, und das macht die Sache erst so richtig interessant. Der Gesprächsstoff beim gegenseitigen Austausch scheint unerschöpflich und führt häufig zu stundenlangen Telefonaten. Doch immer wieder stellt man fest, jeder macht seine Sache ein wenig anders und ordnet seine Schwerpunkte nach einem anderen Muster.

In diesem Beitrag möchte ich versuchen, mein persönliches Muster in Sachen Zucht meiner Welsh Mountain Ponys dazustellen.

Mir kommt bestimmt zu Gute, mich von je her mit der Zucht von allerlei Kleingetier befasst zu haben. Zu dem hatte ich das Glück, mich am Erfahrungsschatz meines Vaters bedienen zu dürfen. Nach anfänglichem Nachahmen seiner Auffassungen wurde jedoch recht schnell offensichtlich, dass auch wir verschiedene Vorstellungen von der Zucht des Welsh Mountain Ponys hatten.

Die Rahmenbeschreibung der Rasse lässt eine gewisse Typenvielfalt zu, und die wohl

größte Hürde ist, innerhalb der zulässigen Bandbreite sein persönliches Zuchtziel zu finden. Erst die klare Vorstellung vom Zuchtziel lässt ein zielgerichtetes Züchten zu! Jeder entwickelt seine eigenen Grundsätze und findet Merkmale, auf die er besonders großen Wert legt.

Beobachte ich eine Zuchtschau, fällt mein Auge zunächst auf diejenigen Ponys, die meinem persönlichen Zuchtziel besonders nahe kommen. Dann stelle ich für mich ihre Vorzüge und Fehler heraus und bestimme, welchen Zuchtwert das vorgestellte Pony für mich hat. Das gleiche findet täglich im heimischen Stall statt, und viele, die erlebt haben, wie ich mein eigenes Zuchtmaterial kritisch auseinander nehme, lösen erfreulicher Weise auch ihre Zunge, was oft zu einem hochinteressanten Austausch führt.

Wer klar die Schwächen seiner zur Verfügung stehenden Zuchttiere erkennt, kann diese verbessern. Züchten ist in dieser Beziehung auch ein Stückchen Charaktersache.

Erfolgreich züchtet man mit überdurchschnittlichen Tieren. Kein Mensch wird alt

genug, um aus ursprünglichem Ausschuss solides Zuchtmaterial zu machen.

Es gibt Fehler, die darf kein zur Zucht verwendeter Equide haben: Zum Beispiel

Ein unkorrektes Gebiss, eine Fehlstellung der Gliedmaßen, schwacher Huf usw.. Die wenigen dem Zufall überlassenen Erfolge stehen in keinem Verhältnis zum Unfug, der mit solchen Tieren betrieben werden würde.

Was ich verbessern möchte, schaffe ich mit der Anpaarung eines Ideals. Der Versuch des Züchtens mit gegensätzlichen Eigenschafften schafft eher eine unkalkulierbare Streuung als den gewünschten Mittelwert.

Für mich verbietet sich das Züchten von Extremen. Egal in welcher Weise es geschieht, es zerstört das harmonische Gesamtbild eines Ponys - Risiken und Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen!

Das gewünschte große lebhafte Auge darf meiner Auffassung nach nicht zu einem fasst aus den Augenhöhlen herausspringenden Froschauge mutieren.

Der ohnehin kleine Kopf ist trocken und zartknochig. Macht man ihn so lang wie breit, leidet unter Umständen anderes, wie die Ganaschenfreiheit und/oder der ausreichende Platz fürs Zahnwerk.

Blutanschluss ist eine Sache, die ich gerne nutze, um besondere Vorzüge zu festigen. Man sollte die verwendete Linie aber so gut wie möglich kennen, da sich negative Eigenschaften genauso gut wie die positiven festigen lassen.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich es für eine gesunde Sache halte, dass jeder sein Pony züchtet. Es muss aber auf den ersten Blick seiner Rasse zuzuordnen sein.

Ich wünsche Ihnen allen – unserer Sache wegen - viel Erfolg!

 

 

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